Hans Georg Losenscky
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26340 Zetel
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Frank W. Jacob hat sich gegen die Börse und für eine Immobilie entschieden. Seit Anfang des Jahres wohnt der 40-jährige Marketingleiter einer großen Unternehmensberatung in seiner eigenen 140-Quadratmeter-Wohnung in der Hamburger HafenCity. Licht flutet durch die Glasfassade, Schiffe ziehen vor dem Haus vorbei, in Blickweite entsteht die Elbphilharmonie. Jakob genießt sein Wohnparadies mit dem edlen Eichenholzboden. An schönen Tagen kann er auf dem Balkon sitzen und arbeiten: „Ich hätte mein Geld auch in Aktien oder Fonds anlegen können – aber in meine eigenen vier Wände zu investieren ist mir zurzeit das Liebste.“
Die Finanzkrise bedroht Deutschland, Banken flehen um Staatsgeld, Unternehmen melden Kurzarbeit an. Jürgen Michael Schick, Vizechef des Maklerverbands IVD, sagt: „Die Krise beschert der Immobilienbranche eine unerwartete Belebung.“
Viele Menschen sehnen sich nach Sicherheit. Ein Gefühl, das ihnen vor allem eine Immobilie liefert. Gerade wenn die Börsenkurse einbrechen, das Sparkonto so gut wie nichts mehr abwirft oder gar eine Megainflation das Geld zu entwerten droht: Haus oder Wohnung bleiben bestehen.
Nach einer aktuellen Studie im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall halten 79 Prozent der Deutschen eine Immobilie für eine „sichere Anlage“ – das sind mehr als beim Sparbuch (69 Prozent) oder dem Krisenklassiker Gold (56 Prozent).
Selbst die risikofreudigen Unter-40-Jährigen vertrauen jetzt verstärkt auf Stein und Mörtel: Die meisten Führungskräfte dieser Altersklasse würden bevorzugt in eine Immobilie investieren, fand der Verband Wirtschaftsjunioren Deutschland heraus. Wohnungseigentum beruhigt. Besonders in Zeiten, in denen die Wirtschaft ins Wanken gerät und das Vertrauen in Banken schwindet.
Die aktuell niedrigen Zinsen erhöhen die Anziehungskraft. So günstig wie jetzt bekommt man nur selten einen Hypothekenkredit.
Erstveröffentlichung am 11.06.2009, www.focus.de